Frühjahrs-Synode in Nidda

Mittagspause während der Synode im Bürgerhaus Nidda

Alles neu, alles anders. Das evangelische Dekanat Büdinger Land steckt mitten drin in einem Transformationsprozess, um angesichts sinkender Mitgliederzahlen und sinkender Einnahmen
langfristig Geld zu sparen und unter sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin für die Menschen da sein zu können.


Die Vorgaben dafür kommen von der Landeskirche aus Darmstadt. „Es gehört zu unserer Freiheit, ob wir uns als Dekanat in die Schmollecke zurückziehen oder die Herausforderungen annehmen und das Beste daraus machen.
Wir haben uns für das Letztere entschieden“, sagte Rolf Hartmann, Vorsitzender des Dekanatssynodalvorstands, in seinem Bericht vor der Dekanatssynode, die Ende Januar im Bürgerhaus in Nidda tagte.


Es gilt, von alten Gewohnheiten und Vertrautem Abschied zu nehmen. Aber die Veränderung birgt auch Chancen. Sie schafft Raum für Kreativität und fördert Gemeinsamkeit und Kooperation. Letztgenannte wird weit über den
kirchlichen Rahmen hinausgehen. „Um unsere Arbeit fortsetzen zu können, werden wir uns verstärkt mit anderen Akteuren in der Region vernetzen müssen“, sagte Hartmann.


An Ideen für neue Wege und eine stärkere Öffnung der Kirche mangele es nicht, wie ein Treffen mit den Kirchenvorstandsvorsitzenden im Herbst gezeigt habe. „Ich habe den Wunsch, dass einige dieser Ideen auch umgesetzt werden“, so Hartmann. Allein, oft fehlt die Zeit, neue Konzepte zu entwickeln und sich auf unbekanntes Terrain zu wagen.


Der Strukturwandel, das machten Wortmeldungen wiederholt deutlich, fordert und manchmal überfordert er auch Ehren- wie Hauptamtliche. Parallellaufende Prozesse wie die Bündelung von Pfarrpersonen, Gemeindepädagogen und Kirchenmusikern zu Verkündigungsteams in Nachbarschaftsräumen, die überdies eine Rechtsform für ihre Zusammenarbeit finden müssen, ein neues Nutzungskonzept für kirchliche Gebäude sowie die Zusammenlegung von
Gemeindebüros sind mit viel Bürokratie verbunden und deshalb zeitintensiv und erschöpfend.
Text: Teile aus dem Bericht im Kreis-Anzeiger von Judith Seipel vom 27. Januar 2025

Präses Rolf Hartmann überreicht Rita Stoll einen Blumenstrauß

Mit stehenden Ovationen dankte die Dekanatssynode bei ihrer Frühjahrstagung im Bürgerhaus Nidda Rita Stoll. Die langjährige Referentin für Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung des Dekanats geht zum 1. März in den Ruhestand.
„Der Abschied fällt mir nicht leicht“, räumte sie ein, als ihr Präses Rolf Hartmann einen Strauß Blumen überreichte und ihr kompetentes wie umsichtiges Wirken würdigte. Die offizielle Verabschiedung von Rita Stoll findet im Februar statt.

Die Schatzkisten aus den Nachbarschaftsräumen

Schatzkisten: Viele gute Beispiele kirchlichen Lebens
Eine „spannende Geschichte“ sei die Sichtung der Schatzkisten aus den Nachbarschaftsräumen gewesen, sagte die Büdinger Erste Stadträtin Katja Euler, die bei der Dekanatssynode im Bürgerhaus Nidda einen ersten Blick auf die Inhalte gab.


Inzwischen hat eine Kommission die Deckel gelüftet und die „Schätze“ in Augenschein genommen.
Einige Beispiele, die Katja Euler herausgriff, waren:

  • Weltoffenheit und einen Fokus auf gesellschaftliche Themen im Nachbarschaftsraum Schotten
  • eine spürbare Aufbruchsstimmung und eine hohe Identifikation mit der neuen Gemeinschaft im Nachbarschaftsraum Evangelische Kirche zwischen Nidder und Bracht
  • Kommunikation auf der Höhe der Zeit und „Männerarbeit“ im Nachbarschaftsraum Evangelische Kirche In den Auen,
  • gegenseitige Wertschätzung und die Dorfmitte Wallernhausen im Nachbarschaftsraum Niddaer Land
  • ein Annehmen des Veränderungsprozesses und „Seelsorgespaziergänge mit Barney“ (dem Hund von Pfarrerin Tanja Langer) im Nachbarschaftsraum Evangelische Kirchen am Limes
  • Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten in Kirchengebäuden und eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit im Nachbarschaftsraum rund um Konradsdorf.